„Vines“ Film und Making-of Teil 1: Vorproduktion und Dreh

Als ich zusammen mit 3D-Artist/Filmemacher Noah Hähnel im Frühjahr 2017 mit der Planung des kostengünstigen Kurzfilm/Werbespots VINES begann, wussten wir noch nicht, dass bis zur Fertigstellung fast ein Jahr vergehen würde. Hier ist nun das Ergebnis zu sehen, gefolgt von einem Bericht über die Vorproduktion und die Dreharbeiten, inklusive einem kurzen Making-of Video. Ein weiterer Bericht über die Postproduktion sowie einer über die VFX folgen in den kommenden Wochen.

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Die Idee, einen märchenhaften Spot für seine Schmuckkollektion “Nature” zu erstellen, hatte Noah bereits 2015 während er die ersten Stücke seiner Kollektion entwarf.

Anfang 2017 beschlossen wir, im Sommer den Spot zu drehen und setzten uns zusammen, um an einem Konzept zu arbeiten. Wir waren uns schnell einig, was wir zeigen wollten und hatten auch eine ähnliche Vorstellung davon, wie für uns eine märchenhafte Szene auszusehen hat. Nur durfte das ganze so gut wie nichts kosten.

 

VorproduktionVINES FIlmplakat

Von Anfang an war klar, dass die VFX eine der großen Herausforderung darstellen würden. Als erstes hieß es nun herauszufinden, ob wir in der Lage waren, die VFX selbst in Maxon Cinema 4D (C4D) zu stemmen. Wir entschlossen uns, einen kleinen Test zu machen, in dem sich bei bewegter Kamera eine CG-Ranke um eine Küchenrolle schlängelt (mehr über diesen Test hier). Zu diesem Zeitpunkt funktionierten die Ranken sehr simpel: verschiedene Zylinder wurden an einer Spline mittels Effektoren animiert. Dies war unser technisches Grundgerüst für die kommenden Monate.

Als nächstes suchten wir nach Drehorten und fanden eine geeignete Stelle in einem nahegelegenen Park. Dort drehten wir eine Testversion des Films, ohne Schauspieler und ohne Technik, aber bereits mit den Einstellungen, wie wir sie auch im späteren Film sehen wollten. Dieser Film diente als PreViz und als Plate für weitere CG- und Animationsversuche der digitalen Ranke. Hier ein paar Ausschnitte dieses Testdrehs:

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Nachdem wir in Liline Meisen unsere Darstellerin gefunden hatten, drehten wir mit ihr zusammen einen finalen Test. Dieser diente sowohl als Schauspielprobe als auch als Masken- und Kostümtest. Nachdem wir dann Script und Shot List finalisiert, Technik organisiert und einen Termin gefunden hatten, waren wir endlich bereit zu drehen.

Vergleich Testdreh 1, Testdreh 2 und der finale Film

 

Dreharbeiten

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Insgesamt stand uns nur ein Drehtag zur Verfügung. Bedingt durch den Stand der Sonne konnten wir von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr drehen.

Als Kamera haben wir uns für die Panasonic GH5 entschieden, da diese für uns unter den kleinen günstigen Kameras den schönsten Look hat (der traditionellem Film am nähesten kommt). Aufgenommen haben wir in Full HD 50p (für eine leichte Zeitlupe) in 422 10 Bit mit dem V-Log Colour Profile. 4K kam für uns leider nicht in Frage, da dies nicht in 422 10 Bit mit 50 Frames möglich war und wir für die VFX Bearbeitung nicht auf 10Bit verzichten wollten.

Als Objektiv benutzen wir das Lumix 12-35mm f2.8.

Da wir alles mit bewegter Kamera aufnehmen wollten, entschieden wir uns – auch um Kamera-Umbauten zu verhindern – alles von einem Gimbal zu drehen. Hier wählten wir den Ikan Beholder EC1 (hier unser Test dazu). Wir konnten damit sogar eine Kraneinstellung „faken“, in dem wir das Gimbal an einem Stativ befestigten.

 

Die GH5 auf dem EC1 Beholder

Das Lichtsetzen beschränkte sich auf Aufhellen (Bounce Boards) und Negative Fill. Um die Sonnenstrahlen sichtbar zu machen und die märchenhafte Stimmung zu unterstützen, setzten wir zusätzlich Nebel ein. Da wir keinen Strom am Drehort hatten und Akkubetriebene Nebelmaschinen entweder nicht lange genug hielten oder zu teuer waren, entschieden wir uns für zwei Dosen Atmosphere Aerosol (auch “Haze In A Can” genannt). Ein Bericht über unsere Erfahrung damit folgt in Kürze.

 

Dank unserer genauen Planung und der zwei Testdrehs schafften wir alle geplanten Einstellungen in der vorgesehenen Zeit – trotz der üblichen Probleme wie längere Wolkenphasen, verirrte Spaziergänger im Bild oder zu viel Wind, der den Nebel unmöglich machte.

Für alle Einstellungen, in die später die Ranke per VFX eingesetzt werden sollte, nahmen wir uns etwas mehr Zeit und notierten Brennweite, Blende und Kameraposition. Für die Einstellung, in der eine Ranke über die Schulter der Darstellerin wächst, klebten wir Trackingpunkte auf die Schulter. Hierfür benutzen wir Tape, um die Punkte nach dem Take schnell und rückstandslos zu entfernen.

Am Ende des Drehtages wurden alle Daten gesichert und wir erstellten einen schnellen Rohschnitt, um sicherzustellen, dass alles funktionierte.

In den nächsten Teilen des Artikels berichten wir über Postproduktion und VFX.

Hier klicken, um in Teil 2 über Schnitt, Lichtbestimmung und Sound zu lesen

Hier klicken, um über unseren ersten VFX-Test für VINES zu lesen

Hier klicken, um über unseren GH5 Autofokus Test für VINES zu lesen

Hier klicken, um über unseren Ikan Beholder Gimbal-Test für VINES zu lesen

Hier klicken, um mehr 3D-gedruckten Schmuck von Noah Hähnel zu sehen

Eine Gallerie mit Einzelbildern in besserer Qualität:

 

Abgedreht: Spielfilm "Der Rebell" (AT)<< >>Making of VINES Teil 2: Schnitt, Lichtbestimmung und Ton

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