Making of VINES Teil 2: Schnitt, Lichtbestimmung und Ton

In Teil 1 haben wir bereits über Vorproduktion und Dreharbeiten unseres Kurzfilms VINES berichtet. In Teil 2 widmen wir uns nun Schnitt, Lichtbestimmung und Tonbearbeitung. Über die Visuellen Effekte werden wir noch gesondert in Teil 3 berichten. Wer den Film noch nicht gesehen hat, kann sich ihn hier oder am Ende dieses Artikels anschauen.

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Schnitt

Die LUT Einstellungen findet man in den Informationen im Inspektor (⌘4)

Geschnitten haben wir mit den original Panasonic GH5 mov-Dateien (h264 in 422 10bit) in Final Cut Pro X (FCPX). Da wir im Panasonic V-Log Color-Profile gedreht haben, war es sehr angenehm mit zwei Klicks den in FCPX eingebauten V-Log LUT für die Dauer des Schnitts einzuschalten. Somit mussten wir nicht mit dem flachen V-Log Bild schneiden.

Obwohl wir in 50p gedreht haben, stellten wir unser Projekt (Timeline) auf 25p für den gewünschten Zeitlupeneffekt.

Unser erster Rohschnitt, der bereits am Ende des Drehtages angefertigt wurde, hatte eine Länge von 2:35 Minuten. Während des Feinschnitts haben wir den Film auf 2:10 Minuten (ohne Credits) gekürzt.

Zwischendurch haben wir bereits einige VFX-Einstellungen mit Handle Lengths exportiert, um entweder schon mit dem Tracking/Matchmoving zu beginnen oder um herauszufinden, ob gewisse Einstellungen nach Retuschearbeiten im Schnitt verwendet werden konnten. Retusche Einstellungen haben wir ohne LUT exportiert. Einstellungen für das Tracking (in unserem Fall jede VFX-Einstellung, da die Kamera immer in Bewegung war) haben wir mit LUT exportiert, da Tracker auf visueller Ebene Punkte suchen. Exportiert haben wir in ProRes 422. Mehr zum VFX Workflow in Teil 3.

Als wir mit dem Schnitt zufrieden waren (Picture Lock), bereiteten wir den Export für die weitere Bildbearbeitung vor.

 

Lichtbestimmung

Nachdem wir in FCPX in den Clips den LUT wieder deaktiviert hatten, exportierten wir das Projekt als XML-Datei, um diese anschließend in Blackmagicdesign DaVinci Resolve 14.2 für das Color Grading zu importieren.

Aufbauend auf einem Film-LUT haben wir zunächst Kontraste und Farben angepasst. In den Secondaries haben wir dann spezielle Farbanpassungen, Masken und Keys benutzt, um beispielsweise das Gesicht aufzuhellen, das Rot des Kleides zu verstärken oder Plastiktüten im Hintergrund unsichtbar zu machen.

Für alle VFX-Einstellungen haben wir einzelne Secondaries deaktiviert, um diese erst nach der VFX Fertigstellung hinzuzufügen. Anschließend haben wir alle Plates für die VFX-Bearbeitung exportiert. Nachdem das Compositing in After Effects abgeschlossen war, wurde das Material wieder in DaVinci importiert, um die finalen Anpassungen zu machen. Beispielsweise Vignetten, die mit VFX Elementen überlappten oder digitaler Nebel, der die Kontraste veränderte.

Durch eine neue XML-Datei importierten wir die gegradeten Clips erneut in FCPX.

 

Tonbearbeitung: Musik und Sound Effekte

Von Anfang an stellten wir uns im Ton des Films hauptsächlich Musik vor, unterstützt von wenigen Soundeffekten an bestimmten Stellen. Im Schnitt haben wir mit einem Temp-Track gearbeitet, welcher bereits gut zur Stimmung passte (ein Stück von Abel Korzeniowski aus Penny Dreadful).

Als wir Eike Ebbel Groenewold (u.a. Bruder – Schwarze Macht und Ijon Tichy: Raumpilot) für die Musik gewinnen konnten, waren wir positiv überrascht, wie nah seine Musik unserer Vorstellung kam, ohne dass er je den Temp-Track gehört hatte.

FCP X Timeline for "VINES"
Übersichtliche Darstellung der Tonspuren in der FCP X Timeline

Mit der Musik legten wir nun fest, an welchen Stellen wir Soundeffekte hinzufügen wollten. Zum Beispiel wollten wir die Bewegungen der Ranke auf der Tonebene unterstützen und haben dafür u.a. knirschende Luftpolsterfolie und Packpapier aufgenommen. Weitere Toneffekte umfassten u.a. meschliches Ausatmen und Wind. Da die Tonbearbeitung vom Aufwand her eher gering war, haben wir diese auch in FCP X durchgeführt.

 

Fertigstellung

Im letzten Schritt haben wir in FCP X Titel hinzugefügt sowie die finale Musik angelegt und konnten das Projekt nach vielen Monaten Arbeit endlich exportieren und veröffentlichen.

In Teil 3 werden wir dann ausführlich über den VFX-Workflow berichten.

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